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Verbindung von Atem und Emotion

Aktualisiert: 11. Dez. 2023

Wie wir uns fühlen, zeigt sich in unserem Atemmuster: Das Tempo unseres Atemrythmus, wie gleichmäßig wir atmen und wie tief wir atmen. Gleichzeitig können wir bewusst steuern, wie es uns geht, in dem wir unseren Atemrhytmus variieren (Philippot et al., 2002).

Wir atmen langsamer, tiefer und gleichmäßiger, wenn wir entspannt und zufrieden sind. Dem entgegen atmen wir flacher, schneller und unregelmäßiger, wenn wir Stress erleben.


In einer Studie von Herrero et al. (2018) werden diese Befunde durch Bildgebende Verfahren während verschiedenen Atemübungen unterstützt. Studienteilnehmer:innen nahmen an Atemübungen teil, in denen sie jeweils in unterschiedlichen Tempi atmeten. Währenddessen wurde ihre Gehirnaktivität mithilfe eines intrakraniellen Elektroencephalogramms (iEEG) gemessen.

Als die Teilnehmer:innen in hoher Frequenz atmeten, zeigte sich erhöhte Aktivität in einem Netzwerk von Gehirnstrukturen, einschließlich der Amygdala. Erhöhte Aktivität in der Amygdala lässt vermuten, dass eine schnelle Atmung Unruhe, Wut und Angst auslösen kann.

Bei den Übungen, in denen die Teilnehmer:innen bewusst atmeten zeigte sich eine erhöhte Aktivität in der Insula und dem anterioren cingulären Kortex. Die Insula ist der Teil des Gehirns, der mit dem eigenen Körperbewusstsein assoziiert ist. Der anteriorer cinguläre Kortex ist assoziiert mit Angstregulierung, der Bildung eines emotionalen Bewusstseins und Achtsamkeit.



Die Ergebnisse dieser Studie deuten also auf eine Verbindung des Atemrhythmus und Aktivität von den Gehirnarealen hin, die an unserem Denken, Fühlen und Verhalten beteiligt sind.


Die Arbeit mit dem eigenen Atem gibt es schon seit vielen Jahren in unterschiedlichen Kulturen. Die Forschung zu Atem steht noch in den Kinderschuhen. Die Befunde sind wichtig, um zu zeigen, wie eng verknüpft unser Atem mit unserem emotionalen Wohlbefinden ist und wie viel Einfluss wir somit darauf haben.





Quellen für diesen Artikel:

Herrero, J. L., Khuvis, S., Yeagle, E., Cerf, M., & Mehta, A. D. (2018). Breathing above the brain stem: Volitional control and attentional modulation in humans. Journal of Neurophysiology, 119(1), 145–159. https://doi.org/10.1152/jn.00551.2017

Philippot, P., Chapelle, G., & Blairy, S. (2002). Respiratory feedback in the generation of emotion. Cognition and Emotion, 16(5), 605–627. https://doi.org/10.1080/02699930143000392

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