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Im Gespräch mit meiner Intuition

Vor einiger Zeit tauchte ein neues Gefühl in mir auf. Es fühlte sich ganz lebendig an in meiner Brust und ich spürte Aufregung, wenn ich an das dachte, was ich tun wollte und wovon ich Teil sein wollte.


In diesem Fall war es der Wunsch mich beruflich weiterzuentwickeln. Ich schaute mich um und fand tatsächlich ein passendes Jobangebot. Das, was ich über das Unternehmen und die Ausschreibung las begeisterte mich und das Gefühl in meiner Brust wurde stärker. Ich tat also meinen Teil, schrieb ein Motivationsschreiben, das, wie ich fand, sich gewaschen hatte und überarbeitete die Farbgestaltung und Struktur meines Lebenslaufs bei der Gelegenheit neu. Voller Vorfreude und latenter Kribbeligkeit, die meine Angst vor der möglichen Ablehnung mit sich brachte, drückte ich auf "Senden".

Danach wartete ich ich gespannt auf eine Antwort. Nichts kam. Ich wartete eine Woche, zwei Wochen und entwickelte dabei eine fast schon zwanghafte Regelmäßigkeit, mit der ich mein Email- Postfach kontrollierte. Keine Antwort.

Weitere zwei Wochen später fing ich an daran zu zweifeln, dass genau dieser Job die Antwort auf das Gefühl in meiner Brust sein würde. Ich fing an, mich umzuschauen nach anderen Jobangeboten, auf welche dieses Gefühl in meiner Brust reagieren würde. Lange fand ich nichts. Irgendwann tauchten zwei ähnliche Jobangebote auf, für die ich jedoch zügig Absagen erhielt.


Zwei Monate wachte ich mit diesem Gefühl auf und ging mit ihm zu Bett, ohne zu wissen, wohin es mich führen würde. Ich fing an, an meinem Gefühl zu zweifeln. War dieses Gefühl, welches ich als eine Art Handlungsimpuls wahrnahm, vielleicht einfach innere Unruhe?

Wieso war ich nicht einfach mit dem zufrieden, was ich hatte? Wollte ich zu viel? Mein Kopf fing an zu arbeiten und dabei Erklärungen zu finden für eine fehlende Antwort und zwei Absagen: Wahrscheinlich war ich noch nicht bereit, oder einfach generell nicht kompetent genug. Sicherlich war mein Bewerbungsschreiben untergegangen, oder sie hatten sich an etwas darin gestört und mich längst abgeschrieben.

Zwei Monate und etwa eine Woche nachdem ich auf "Senden" geklickt hatte, um meine Bewerbung abzuschicken, erhielt ich eine Antwort.

Darin eine freundlich formulierte Einladung zu einem Bewerbungsgespräch.

Als diese Nachricht kam saß ich gerade mit meiner Mitbewohnerin auf dem Sofa. Sie hatte meinen innerlichen Prozesse der letzten zwei Monate live mitbekommen und schaute mich nun mit einem freundlichen Lächeln und leichter Irritation an: "Freust Du dich denn gar nicht?", fragte sie.

Ob ich mich freute? Mein ganzes Konstrukt an Gefühlen, Gedanken, Erklärungen und innerlichem Stress war gerade mit dieser Antwort in sich zusammengefallen. Ich musste erstmal kurz aufräumen, bevor irgendwas anderes Platz finden konnte.


Warum teile ich das ?


Veränderungen in mir und um mich herum lösten schon immer auch Stress in mir aus.

Während ich darüber nachdenke merke ich, dass das ganze Leben eine andauernde Veränderung ist.


Janne Robinson, eine kanadische Poetin schreibt:

"Life is holding the duality of the past and the future while being in the present."


Während ich mir einem Fuß gerade mal stabil auf dem mir bekannten Boden stehe, setzt der zweite Fuß schon ab, um einen Schritt ins Neue und mir bis jetzt Unbekannte zu setzten. Und auch, wenn ich das, was mich antreibt loszugehen im Hier und Jetzt spürbar ist, kann ich trotzdem nicht genau wissen, was mich mit dem nächsten Schritt erwartet. Und wie soll ich etwas Unbekanntem trauen, bevor ich weiß, was es ist und wie es sich anfühlt?




Ich glaube, dass es eine innere Kapazität braucht, um dieses Gefühl, welches ich zuvor "Handlungsimpuls" nannte, zu halten, vor allem, wenn es nicht sofort darauf eine manifeste Antwort gibt.


Thomas Hübl, ein moderner Mystiker und Lehrer sagt:

"The calling is the echo of the arriving."


Seit einiger Zeit beschäftige ich mich in meinen Meditationen mit dem Ort, von dem aus ich wahrnehme.

Was für mich (zumindest in der Anfangsphase des Bewerbungsprozesses ;) ) deutlich spürbar war, war der Inhalt dieses "Rufs" in mir: Ich wollte mich beruflich weiterentwickeln und spürte einen klaren Impuls, mich nach einer Möglichkeit dafür umzuschauen. Ich denke, dass viele von uns das Intuition nennen: "Meine Intuition sagt mir, dass..."

Aber was genau ist denn Intuition.

Welches "Organ" in mir sagt mir, dass..." Und kann ich hinter die Nachricht spüren, also dahin, wo die Nachricht entsteht, in dieses "Organ"?


In der Psychologie beschäftigen wir uns kognitiv damit, was Kognition ist: Wie sie entsteht, wie sie aufrecht erhalten wird, was sie bestimmt.

Ich glaube, wir können uns durch Wahrnehmen mit unserer Wahrnehmung beziehungsweise Intuition beschäftigen und sie dadurch, genau wie unser Denken besser kennenlernen.


Wenn ich möchte, dass mein Herz und meine Intuition mich mindestens genauso leiten dürfen, wie mein Kopf und mein Verstand, dann schafft eine Beziehung zu meiner Intuition Sicherheit und Vertrauen in einem Leben, in dem Veränderung konstant passiert und bevorsteht.


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1 Comment


Schöner Artikel! Herzlichen Glückwunsch zum neuen Job!


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